#1 RE: Joseph Ratzinger contra katholische Kirche von Michael Wargowski 28.09.2010 19:57

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Joseph Ratzinger contra katholische Kirche

- Pressemitteilung: Vatikanum 2 als Gegensyllabus -

Zitat
"Wenn man nach einer Gesamtdiagnose für den Text [Vatikanum 2, Gaudium et Spes] sucht, könnte man sagen, daß er (in Verbindung mit den Texten über Religionsfreiheit und über die Weltreligionen) eine Revision des Syllabus Pius' IX., eine Art Gegensyllabus darstellt.

[...]

Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, daß der Text die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 [Beginn der französischen Revolution] gewordenen neuen Zeit darstellt.

[...]

Die Aufgabe lautet daher nicht: Aufhebung des Konzils, sondern Entdeckung des wirklichen Konzils und Vertiefung seines wahren Wollens im Angesicht des jetzt Erfahrenen. Dies schließt ein, daß es keine Rückkehr zum Syllabus geben
kann, der eine erste Markierung in der Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und dem heraufsteigenden Marxismus sein mochte, aber kein letztes Wort sein kann."



So Joseph Ratzinger, gerade Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, in seiner Aufsatzsammlung "Theologische Prinzipienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie", München 1982, 398f.409).

Ratzinger selbst schreibt im zitierten Aufsatz als Fußnote:

Zitat
»"Syllabus" ist die Bezeichnung von achtzig Sätzen, in denen Pius IX. zu den durch die Säkularisation aufgeworfenen geistigen und politischen Problemen seiner Zeit kritisch Stellung nahm. Der Syllabus wurde 1864 an die
Bischöfe versandt und führte besonders in Frankreich zu scharfen Auseinandersetzungen"

(a. a. O. 398).



Zur Richtigstellung: Am 08.12.1864 veröffentlichte Papst Pius IX. die Enzyklika "Quanta cura", in der er einige Irrlehren unfehlbar verurteilte. Dieser Enzyklika fügte er noch einen "Syllabus" (d. h. "Sammlung"; DS 2901-2980) hinzu mit - z. T. früher - verurteilten Irrlehren. Zumindest soweit diese Irrlehren unfehlbar verurteilt sind, ist auch der Syllabus unfehlbar, also dort hat die Kirche "das letzte Wort" gesprochen.

Bzgl. eines möglichen Deutungswandels s. das Dogma:

Zitat
"Wer sagt, es sei möglich, daß man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen"

(NR 61, cf. DS 3043).



Das V2-Gebilde mit ihrem "Gegensyllabus" ist also nicht die katholische Kirche, sondern eben eine "Gegenkirche". Nun ist diese Gegensyllabus-, d. h. Gegenkirche-Mentalität keine Einzelmeinung des Herrn Ratzinger.

Bereits bei einem Glaubenspräfekten wäre eine solche Äußerung schon schwerlich zu bagatellisieren, und erst recht jetzt, wo er sich als "Papst Benedikt XVI." ausgibt.

Tatsächlich wird bereits in den V2-Texten selbst eine gegenkirchliche Ideologie grundgelegt. Während das
kirchliche Dogma die Heilsnotwendigkeit der Kirche lehrt, propagiert V2 die Allerlösung ("Es kommen alle in den Himmel").

Cf. J. Dörmann über den Ratzinger-Vorgänger Karol Wojtyla alias "Papst Johannes Paul II.":

Zitat
"In der heutigen Theologie ist man sich weithin einig: Man versteht die Aussage des Konzils über die Kirche als Sakrament der Einheit in Lumen Gentium 1,1 im Sinn der Allerlösung. Das gilt auch für Kardinal Wojtyla, auch als Papst.

[...]

Die Neubestimmung des Wesens der Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil ist ein neues Dogma der neuen Kirche, der "Kirche des Konzils"«

(Der theologische Weg Johannes Pauls II., Bd. II,1, Sitta 1992, S. 79.81).



Konkret: Unfehlbar verurteilt ist z. B. die Ansicht, die Kirche sei dem Staat unterworfen. Cf. dazu die Verurteilungen im Syllabus:

Zitat
"19. Die Kirche ist nicht eine wahre und vollkommene, völlig freie Gesellschaft und steht nicht auf ihren eigenen und beständigen, von ihrem göttlichen Stifter ihr verliehenen Rechten, sondern es ist Sache der Staatsgewalt,
zu bestimmen, welches die Rechte der Kirche und welches die Schranken seien, innerhalb der sie diese Rechte ausüben könne.


20. Die Kirchengewalt darf ihre Autorität nicht ohne Erlaubnis und Zustimmung der Staatsgewalt ausüben."



Die V2-Gruppe behauptet, der Verf. sei kein Katholik. Sie hat dem Verf. aber bekanntlich niemals eine Abweichung vom römisch-katholischen Glauben nachweisen können. Statt dessen beruft sie sich immer wieder darauf, dass die BRD dem Verf. immer wieder unter schwersten Strafen verbietet, sich katholisch zu nennen. D. h. die ganze "Argumentation"
sowohl der V2-Gruppe resp. BRD beruht auf einer unfehlbar verurteilten Irrlehre, i. e. der Oberhoheit des Staates über die Kirche. Und wer sich nun für seine Rechtfertigung z. B. auf den Syllabus beruft, dem wird von Ratzinger etc. entgegengeschleudert, "daß es keine Rückkehr zum Syllabus
geben kann."

Einem Katholiken ist es also absolut unmöglich, Mitglied der V2-Gruppe zu sein, sogar wenn ihn dafür schwerste Verfolgung u. a. seitens der BRD erwartet.

Mit christlichem Gruß

Pater Rolf Hermann Lingen
römisch - katholischer Priester
Goldbrink 2a
46282 Dorsten

http://www.idealgewicht.tk

Adressen dieser Pressemeldung:

http://www.kreuz.net/bookentry.9049.html
http://www.news4press.com/Meldung_550734.html
http://pressemitteilung.ws/node/231265
http://www.kirchenlehre.com/ratzsyll.htm

#2 RE: Joseph Ratzinger contra katholische Kirche von Michael Wargowski 28.09.2010 20:17

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Lieber Pater Lingen!

Das Synonym-Setzen, wie hier sehr schön dargelegt, wird von den meisten Bürgern gar nicht mehr realisiert. Auch ist der Blick für die Feinheiten getrübt, was sicherlich nicht unerheblich an diffusen Propagandamaßnahmen liegt. Nicht umsonst hat man mehrfach die Aufklärung als beendet versucht zu erklären. Es obsiegt augenscheinlich z. Z. diese gelungene Maßnahme der Massenpsychologisierung mit beabsichtigter Manipulation.

Herzlichen Gruß Ihr,

Michael Landgraf-Roos

#3 RE: Joseph Ratzinger contra katholische Kirche von Michael Wargowski 12.12.2010 23:52

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Augenschienlich hat sich unser Pater Lingen aus dem Pressedienst mit weiteren Beiträgen und Kommentaren fern gehalten. Schade. Dennoch haben wir hier MAterial zum ergänzen:

Zitat
Im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils hatte Frings in Genua einen Vortrag mit dem Titel Das Konzil auf dem Hintergrund der Zeitlage im Unterschied zum Ersten Vatikanischen Konzil gehalten. Als Papst Johannes XXIII. nachträglich das Manuskript des Vortrags zu lesen bekommen hatte, ließ er Frings zu einer Audienz in den Vatikan bestellen. Frings, der sich nicht sicher war, ob dem Papst seine Ausführungen gefallen hatten, sagte in seiner humorvollen Kölschen Art zu seinem Sekretär Dr. Hubert Luthe, dem späteren Bischof von Essen: „Hängen Se m'r noch ens dat ruude Mäntelche öm, wer weiß, ob et nit et letzte Mohl is.“ („Legen Sie mir noch einmal das rote Mäntelchen um, wer weiß ob es nicht zum letzten Mal sein wird.“) Der Papst jedoch zeigte sich von den Ausführungen des Kölner Kardinals begeistert und bereitete ihm einen herzlichen Empfang.



Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Frings

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